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In unserer FRUCTOSEFREI Community darf natürlich auch die liebe Anja alias "sugarfreee-naturally" nicht fehlen: Anja arbeitet nicht nur als selbständige Marketingberaterin, sondern hat vor Kurzem auch die Prüfung zur ganzheitlichen Gesundheits- und Ernährungsberaterin abgeschlossen. Ursprünglich wollte sie für sich selbst ein virtuelles Kochbuch erstellen - daraus wurde dann schließlich und endlich ihr eigener Blog mit vielen Infos, Tipps und Rezepten zum Thema Fructoseintoleranz. Auch sie hat uns ein tolles Rezept mitgebracht: Krokant-Schoko-Cups - lasst Euch überraschen!

Bloggerin Anja von sugarfree naturally

Wie bist Du zum fructosearmen Bloggen gekommen – was war der Auslöser? 

Ursprünglich war mein Blog mein kleines virtuelles Kochbuch. Ich brauchte einen Ort, an dem ich meine angepassten Rezepte sammeln und sie von überall aus abrufen kann, ohne immer mein Rezeptbüchlein dabei zu haben. Nach und nach hat sich das immer weiter entwickelt und es haben sich immer mehr Leute bei mir gemeldet, die auch mit einer Fructose- und/oder Laktoseintoleranz zu kämpfen haben und denen ich mit meinen Rezepten und Informationen helfen konnte. Und genau das ist auch meine Motivation: Anderen Betroffenen oder Angehörigen zu helfen. Es gibt für mich nichts Schöneres als zu sehen, dass meine Rezepte nachgemacht wurden oder zu hören, dass meine Tipps anderen geholfen haben.

Wieviel Zeit verbringst Du pro Woche in etwa damit, Deine Posts zu gestalten und Infos zusammenzutragen, zu Kochen und zu Backen?

Puh, das ist eine gute Frage. Ehrlich gesagt, habe ich da noch nie so wirklich drauf geachtet. Vermutlich aus gutem Grund, denn es ist schon sehr zeitintensiv. Denn allein das Entwickeln von Rezepten kann auch mal so einige Anläufe in Anspruch nehmen. Ich finde nichts frustrierender, als ein fremdes Rezept zu kochen/backen und dann festzustellen, dass es gar nicht so geworden ist, wie man es wollte. Deshalb lege ich viel Wert auf die richtige Entwicklung meiner Rezepte. Auch das Fotografieren, Schreiben und alles rund um Instagram und den Newsletter frisst ordentlich Zeit. Im Schnitt werden das zwischen 15 und 25 Stunden sein. Je nachdem, was aktuell auch anliegt und wieviel Zeit mir mein Hauptjob noch lässt.

Was isst Du am Liebsten?

Ich liebe Nudeln in allen Formen und könnte sie auch problemlos täglich essen. Deshalb auf jeden Fall irgendetwas damit.

Was kochst bzw. bäckst Du am Liebsten?

Da kann ich mich ehrlich gesagt gar nicht entscheiden. Das ist bei mir immer sehr situationsabhängig. Manchmal liebe ich es, bei einem Glas Weißwein meine selbstgemachten Tortellini zu falten und manchmal muss es einfach schnell gehen und irgendetwas wird zusammengeworfen.

Was empfindest Du am fructosearmen Kochen und Backen am Mühsamsten?

Mit einer eher begrenzten Auswahl an Zutaten immer etwas Anderes zu kochen oder zu backen. Man läuft schnell Gefahr, immer das Gleiche zu essen. Und eine große Herausforderung ist es auch, plötzlich auf Zwiebeln oder Knoblauch zu verzichten und trotzdem für Geschmack zu sorgen.

Was machst Du, wenn Du etwas Unverträgliches gegessen hast?

Da kommt es bei mir immer auf die Symptome an. Bauchschmerzen trete ich mit meiner Wärmflasche und Kamillentee entgegen. Übelkeit und Völlegefühl mit heißem Ingwer und bei Durchfall hilft nur Abwarten und Tee trinken. Ich versuche mich dann nicht verrückt zu machen oder zu ärgern, esse eher sichere Gerichte z.B. mit Reis und verzieh mich mit meinem Hund auf meine Couch.

Was hast Du immer bei Dir?

Absolut immer bei mir habe ich 1-2 Frunix Magenfreund-Bonbons. Die tun mir einfach gut, wenn ich unterwegs das Gefühl habe, dass irgendetwas meinen Bauch reizen könnte. Im Winter gesellen sich da auch noch die Hustenzuckerl dazu. Und etwas Traubenzucker habe ich auch immer dabei. Für den Fall, dass ich nichts Verträgliches finde, aber mein Blutzuckerspiegel bei einem riesigen Hungeranfall nicht abfallen soll.

Was isst Du, wenn Du ausgehst? Bei welchen Speisen geht Deiner Meinung nach am Wenigsten schief?

Meistens geht Schnitzel mit Salzkartoffeln oder Pommes sehr gut. Da frage ich vorher nach, ob die Pommes tatsächlich nur mit Salz gewürzt sind. Auch gebratener Fisch ist meist eine gute Wahl. Auch da frage ich nach, ob er nur mit Salz und Pfeffer gewürzt wird oder irgendwelche besonderen Gewürzmischungen dran sind. Generell gilt: fragen, fragen, fragen.

Was trinkst Du, wenn Du ausgehst – gibt es Drinks auf der Barkarte, die für FI-ler verträglich sind?

Ich halte mich immer an zwei Getränke, wenn ich ausgehe: trockener Wein (in meinem Fall Weißwein) und Vodka-Soda/Skinny Bitch (Vodka mit etwas Zitrone und Wasser). In vielen Drinks sind Zuckersirupe, Limos oder ähnliches enthalten. Deshalb lasse ich da direkt die Finger von. Aber mit den beiden Getränken kommt man schon weit. Trockenen Wein oder Vodka, Wasser und Zitronensaft hat eigentlich jede Bar.

Wie gehen Deine Freunde und Familie mit deinen Unverträglichkeiten um? Stößt Du auf Akzeptanz und Unterstützung, oder eher auf Ignoranz?

Das ist ganz unterschiedlich. Von meinem Freund, meinen Eltern und ein paar Freunden werde ich sehr unterstützt und es wird auch Rücksicht genommen und Gerichte oder Zutaten mit mir abgesprochen. Aber natürlich gibt es auch Leute, die das Thema eher unter den Tisch fallen lassen und nicht darauf achten oder eher gereizt reagieren, wenn ich sage, dass ich manche Gerichte nicht essen kann. Das Thema Fructoseintoleranz ist noch nicht sehr bekannt und vor allem ziemlich komplex, deshalb kann ich auch komplett nachvollziehen, dass sich nicht jeder merken kann, welche Lebensmittel ich nun essen kann und welche eher nicht. Ich erwarte einfach nur eine gewisse Akzeptanz. Dass niemand beleidigt ist, wenn ich nichts von dem Gericht esse oder anbiete, selbst etwas mitzubringen.

Was fehlt Dir im Umgang zwischen „Normalessern“ und Fructoseintoleranten – oder fühlst Du Dich mit Deinen Bedürfnissen in Bezug auf Deine Ernährung verstanden?

Ich wünsche mir etwas mehr Akzeptanz für das Thema Intoleranzen. Ich habe das Gefühl, dass viele Menschen Unverträglichkeiten als neuen Trend sehen und deshalb die Beschwerden und Einschränkungen von Betroffenen erstmal abtun. Ich persönlich könnte mir da ja schönere Trends vorstellen. Außerdem finde ich auswärts essen in Restaurants immer noch sehr schwierig. Da würde es schon helfen, wenn die Restaurants wieder richtig frisch (ohne viele Pülverchen) kochen oder einfach alle verwendeten Zutaten auf die Karte schreiben würden.

Welchen Rat würdest Du einem „frischen FI-ler“ auf den Weg mitgeben?

Du bist nicht allein! Ich weiß noch, wie allein und unsicher ich mich nach meiner Diagnose gefühlt habe. Aber nur weil man keine Betroffenen im persönlichen Umfeld kennt, bedeutet das nicht, dass niemand  mit den gleichen Problemen zu kämpfen hat.

Und: Halte durch, es wird besser! Der Anfang ist schwierig und auch nicht schön zu reden. Die Umstellung, die vielen Fragezeichen. Aber es wird besser. Versprochen!

Gibt es eine positive Seite im Leben mit Fructoseintoleranz?

Also ich würde sagen, dass sie zumindest für mich auch positive Aspekte hat. Ohne meine Fructoseintoleranz hätte ich persönlich niemals so sehr auf Zucker verzichtet und meinen Geschmackssinn wieder neutralisiert. Ich hätte mich nie so sehr mit Lebensmitteln auseinandergesetzt und auch einfach eine gesündere Ernährung ohne viele Zusatzstoffe durchgezogen. Ich hätte niemals so auf meinen Körper geachtet und mich damit beschäftigt, was mir persönlich gut tut und was nicht. Mit einer FI hat man einen großen Vorteil: Man hat anfangs einfach keine andere Wahl als selbst zu kochen und zu backen. Dadurch weiß man aber was drin ist und isst auch automatisch ganz anders.

Dein größtes Fail beim Kochen und Backen von fructosearmen Rezepten? Hast Du ein Bild für uns?  

Häufig vergesse ich sie zu fotografieren. Aber mein All-Time-Fail ist pochiertes Ei. Das werde ich nie hinkriegen.

Tägliches Selber-Kochen: wie organisierst Du Deinen Tag und die Vorbereitung Deiner Speisen? Hast Du Tipps für unsere LeserInnen?

Ich bin im Home Office und kann mir dadurch mittags auch schneller mal etwas selbst kochen als wenn ich unterwegs wäre. Ich habe häufig selbstgemachte Sauerteig-Bagels oder Brot eingefroren, habe Granola vorrätig und TK-Beeren. Wenn ich dran denke, bereite ich mir mein Frühstück schon abends zu und mache mir Overnight Oats. Ansonsten versuche ich mit einem Mal schon viel vorzubereiten. Im Sommer gibt es bei mir häufig Salat mit Hirse oder Quinoa zum Mittag. Da wird also einmal eine größere Menge Salat gewaschen und Hirse/Quinoa gekocht und Dressing zubereitet. So habe ich für die nächsten Tage schon etwas vorbereitet und muss nur noch Gurke und Möhre schnibbeln. Ich mache auch gern generell größere Portionen und esse den Rest in den nächsten Tagen auf.

Gibt es Speisen, die Du auf Vorrat zubereitest? Welche wären das - hast Du auch dazu Tipps?

Alles was etwas aufwendiger ist, wird meist auf Vorrat zubereitet, z.B. die Sauerteig-Bagels oder Brötchen/Brot. Ansonsten hab ich auch immer gern ein paar selbstgemachte Kekse, die sich ja auch lange halten. Und dann habe ich noch so typische Basic-Rezepte wie Salzgemüse für Gemüsebrühe oder selbstgemachtes Ghee, das ich dann nach und nach verbrauche.

Was darf Deiner Meinung nach NICHT in einer FI-Küche fehlen?

Auf jeden Fall Honix und Reissirup. Ich habe Honig früher geliebt und musste mich an den Reissirup erst gewöhnen. Mit dem Honix ist das nicht mehr notwendig. Beides ist mittlerweile fester Bestandteil in meiner Küche. Auch Fenchel-Anis-Kümmel-Tee oder frischer Ingwer sind super Helfer bei Magen-Darm-Beschwerden oder nach zu großen Mahlzeiten. Ansonsten liebe ich noch meine Eismaschine Elli und würde jedem Intoleranz’ler empfehlen sich eine anzuschaffen. Das lohnt sich einfach so sehr.

Anja hat uns dieses Rezept mitgebracht: 

Krokant-Schoko-Cups

Sehen diese Cups nicht köstlich aus?

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Danke, liebe Anja, für diesen Einblick in Dein Leben mit Fructosemalabsorption und wie Du neben Deiner Arbeit/Beruf Deinen Alltag meisterst - Deine vielen Tipps werden sicher einigen LeserInnen weiterhelfen - ich hoffe, Du bekommst entsprechendes Feedback!
 


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